„Deutschland spielt Tennis!“ 2017 – 12.500 neue Mitglieder!

Vollbildaufzeichnung 19.06.2017 065603Seit mehr als zehn Jahren bildet die bundesweite DTB-Aktion „Deutschland spielt Tennis!“ den Auftakt für die schönste Zeit des Tennisjahres. In diesem Jahr wurde der Saisonstart erstmals nicht nur an einem Wochenende, sondern über einen ganzen Monat zelebriert – vom 22. April bis zum 21. Mai 2017.

Der Deutsche Tennis Bund fasst die elfte Auflage mit den wichtigsten Zahlen zusammen.

2.096 Vereine in ganz Deutschland haben sich in diesem Jahr an „Deutschland spielt Tennis!“ beteiligt und ihre Türen für interessierte Besucher geöffnet.

Damit nahmen zum sechsten Mal in Folge mehr als 2.000 Vereine an der Aktion teil.
1.996 dieser Vereine sind in den alten Bundesländern beheimatet, 100 in den neuen Bundesländern.

Mit 695 Vereinen ist Hessen wie bereits im Vorjahr der Landesverband mit den meisten teilnehmenden Clubs – auch im Verhältnis zu den insgesamt 765 Vereinen.

Mehr teilnehmende Vereine als im Vorjahr gab es in den Landesverbänden Hamburg, Niedersachsen, Nordwest, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Westfalen.

79 Prozent der befragten Vereine haben ihren Aktionstag an den Wochenenden des 22./23. April oder des 29./30. April durchgeführt.

Die teilnehmenden Vereine haben in diesem Jahr etwa 84.000 Besucher auf ihren Anlagen begrüßt.

Dabei wurden rund 12.500 neue Mitglieder für die Tennisvereine gewonnen.
Populärste Angebote im Rahmen des Aktionstages waren Schnuppertraining, Schleifchenturniere und talentinos-Kindertraining.

Beliebteste Angebote der Vereine für neue Mitglieder waren ein kostenloses Schnuppertraining, ein vergünstigtes Familienangebot und die Reduktion bzw. der Erlass des Vereinsbeitrags für einen bestimmten Zeitraum.

Bundesweit wurden mehr als 200 Preispakete der Partner Tennis-Point, Wilson, Erima Sebamed, TennisGate und talentino verlost.

Hauptpreis waren vier Tennis-Point Aktionstage mit einem Besuch des Roadshow-Mobils auf dem Vereinsgelände der Gewinner TC Hockenheim (Baden), THC Münster (Westfalen), DTV Hannover (Niedersachsen) und Bremer Hockey-Club (Nordwest).
Eine große Neuerung in 2017 war ein gesondertes Gewinnspiel für die Besucher der Aktionstage – kreiert als zusätzliches Tool für die Vereine.

Hauptpreise waren zwei einwöchige Tennisreisen, zur Verfügung gestellt vom Sporthotel Tannenhof und der Robinson Club GmbH.

FÜNF FRAGEN AN…

Christian Siegel (DOSB) „Wichtige Initiative des Deutschen Tennis Bundes“
Christian Siegel, stellvertretender Leiter des Ressorts Breitensport, Sporträume beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) spricht im Interview über Möglichkeiten der Mitgliedergewinnung für Vereine und Verbände, lobt die Aktion „Deutschland spielt Tennis!“ und beurteilt die Wichtigkeit des Ehrenamtes im Sport.

Herr Siegel, seit mehr als zehn Jahren ist die Vereinsaktion „Deutschland spielt Tennis!“ im DTB fest verankert. Welchen Stellenwert haben solche Initiativen zur Mitgliedergewinnung für den Deutschen Olympischen Sportbund?
Einen großen! Es handelt sich bei „Deutschland spielt Tennis!“ schließlich nicht nur um eine kleine Plakataktion, sondern um eine wichtige Initiative. Die Saisoneröffnung der Vereine hat sich in den letzten zehn Jahren stetig weiterentwickelt. Sie bietet den Clubs nicht nur Werbemittel, sondern beinhaltet vielfältige Organisationstipps, Ideen und Anleitungen für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Wenn ein Verband die Mitgliedergewinnung und -bindung als strategisches Ziel ausruft, dann bewerten wir das als äußerst positiv. Aktionen wie diese sind ein Erfolgsfaktor, der sich auch in Zahlen widerspiegelt.
Welche Schwerpunkte setzt der DOSB in der Sportentwicklung?
Es gibt in unserem Geschäftsbereich Sportentwicklung vier große thematische Handlungsfelder: Zielgruppenorientierung, Qualifizierung, Gesundheit/Prävention sowie Sporträume und Umwelt. Sportorganisationen müssen komplexe Zielgruppen differenzierter ansprechen. Qualifizierung, Personalentwicklung und Ehrenamt zählen neben den Sporträumen zu den Hauptressourcen der Vereine. Und schließlich steigt die Bedeutung von Gesundheit, Fitness und Prävention als Sportmotive in einer alternden Gesellschaft. Diese Handlungsfelder entsprechen im Übrigen auch dem Ressortspektrum innerhalb der DOSB-Sportentwicklung.
Welchen Stellenwert haben Mitgliedergewinnung und -bindung?
Einen sehr hohen. Mehr als jeder dritte Deutsche ist Mitglied in einem Sportverein, das ist enorm. Wir sind die größte Bürgerbewegung Deutschlands! Doch unsere wichtigste Herausforderung ist der demografische und gesellschaftliche Wandel. Zudem sind neue Konkurrenzen entstanden. Es braucht daher passgenauere Strategien, um darauf zeitnah reagieren zu können. Daran arbeiten wir kontinuierlich.
Was können Spitzenverbände für eine erfolgreiche Mitgliedergewinnung tun?
Es gibt keinen Königsweg zu einer erfolgreichen Mitgliederentwicklung. Wie schon erwähnt, ist es für die Verbände wichtig, dass sie das Thema in allen Ressorts als übergeordnetes, strategisches Ziel verankert haben und wissensbasiert sowie mit einem langen Atem bearbeiten. Allerdings: Nicht nur der Verband, sondern vor allem der Verein vor Ort muss sich der Mitgliederentwicklung annehmen. Verbände sollten die Rahmenbedingungen schaffen und mit Maßnahmen wie „Deutschland spielt Tennis!“ Impulse geben.
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Welche Erfolgsfaktoren sind für Sportvereine besonders wichtig?
Vereine sollten dafür sorgen, dass ihre Sportstätten zugänglich und verfügbar sind und eine hohe Qualität haben. Trainerinnen und Trainer sollten außerdem gut ausgebildet sein und eine gewisse Freude an ihrem Job ausstrahlen, denn sie sind ein entscheidender Bindungsfaktor und Magnet für alle Zielgruppen. Ein gelungener Angebotsmix ist wichtig. Das heißt, dass der Wettkampfsport – bei Tennisclubs also das Mannschaftstennis – nur der Kern des Angebots sein sollte. Um die Menschen langfristig zu binden, braucht es Anschlussangebote für alle Altersgruppen, zum Beispiel im Bereich Gesundheitssport. Da hat der Deutsche Tennis Bund mit „Motion on Court“ oder dem „DTB Tennis-Sportabzeichen“ in letzter Zeit sehr gute Produkte für seine Vereine entwickelt. Zudem kommt es auf eine professionelle Vereinsführung mit zeitgemäßen Strukturen, Teamorientierung und einer direkten Kommunikation an. Hier sind beim Tennis die Landesverbände gefragt, Hilfestellung im Verein zu leisten – damit diese auch die nächsten 100 Jahre – Stichwort: Strategiefähigkeit – als wichtiger Partner fungieren können. Schließlich sollte man auf Kooperationen mit Akteuren vor Ort setzen, mit Schulen, mit Seniorenheimen und mit Kindergärten kooperieren. Vielleicht auch mal etwas Ungewöhnliches wagen und mit dem Forstamt zusammenarbeiten. Warum? Weil der Förster dann einmal im Jahr den Kindern aus dem Verein im Wald die Pflanzen, Bäume und Tiere erklärt. Solche Aktivitäten sprechen sich in der Gemeinde herum. Man muss proaktiv auf die Menschen und die Institutionen zugehen, sich insbesondere bei den Schulen in das Ganztagsprogramm „hineingrätschen“ – denn durch die veränderte Schulpolitik fehlen die Kinder in unseren Vereinen!

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