Angelique Kerber holt Silbermedaille

kerberhenkel

Sie hat ihr Herz auf dem Platz gelassen – und dennoch hat es für Angelique Kerber im Finale der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gegen Monica Puig am Ende nicht ganz zur Goldmedaille gereicht. In zwei Stunden und neun intensiven Minuten unterlag die Weltranglisten-Zweite mit 4:6, 6:4, 1:6 der Außenseiterin aus Puerto Rico, die an diesem Tag das Match ihres Lebens bestritt und den ersten Olympiasieg für ihr Land perfekt machte.

Die 22-jährige Monica Puig hatte die Begegnung von Beginn an mit sehr druckvollen Grundlinienschlägen dominiert. Beim Stand von 4:4 im ersten Durchgang traf die Weltranglisten-35. die entscheidenden Bälle und holte sich den ersten Satz mit 6:4. Danach legte Kerber, die mit muskulären Problemen am unteren Rücken und im Gesäßbereich zu kämpfen hatte, eine längere Verletzungspause ein. Die Deutsche entschied danach zwar nach großem Kampf den zweiten Satz für sich, geriet aber im entscheidenden Durchgang sofort in Rückstand und konnte trotz einiger Möglichkeiten zum Rebreak nicht mehr kontern. „Ich habe gut gespielt, aber sie hat die Bälle einfach gut getroffen, und sie hat das Glück auch auf ihrer Seite gehabt“, resümierte Kerber und zeigte sich als faire Verliererin. „Sie hat verdient gewonnen. Es ist nicht die Medaille, die ich wollte, aber immerhin Silber.“

Etwas positiver fiel die Bewertung von Barbara Rittner aus: „Angie hat alles gegeben und Silber gewonnen. Wir sind saustolz auf sie.“ Die Fed Cup-Teamchefin hatte das Match von der Tribüne aus zusammen mit Teilmannschaftsleiter Dirk Hordorff, Viertelfinalistin Laura Siegemund und dem weiteren Betreuerstab verfolgt.

Trotz des verpassten Olympiagoldes ging Angelique Kerber nicht als Verliererin vom Platz: Sie hat nach einer sensationellen Olympiawoche nicht nur die Silbermedaille, sondern auch die Herzen von Millionen von Zuschauern gewonnen, die das spektakuläre Match bis spät in die Nacht vor den Bildschirmen verfolgten. Über das gesamte Finale hinweg sahen im Schnitt 5,56 Millionen Menschen die spannende Begegnung. Das entspricht einem Marktanteil von 33,8 %. Damit war das Finale das am drittmeisten gesehene Ereignis während des gesamten Tages auf allen Kanälen.

Neben Angelique Kerber hatte in Rio auch Laura Siegemund für Aufsehen gesorgt. Die 28-jährige aus Metzingen schaffte es bis ins Viertelfinale, wo sie der späteren Siegerin Puig unterlegen war. „Es war trotzdem ein Riesenerfolg für mich. Ich bin super stolz, weil ich ganz, ganz tolle Matches gespielt habe“, bilanzierte Laura Siegemund, deren Olympiatagebuch „Post aus Rio“ – ebenso wie weitere Informationen zum Olympischen Tennisturnier – auf http://www.dtb-tennis.de/olympia zu finden ist.

Foto: Kerber feierte wie alle anderen deutschen Medaillengewinner im Deutschen Haus. Vom 05. bis 21. August ist das Deutsche Haus am „Barra Blue Beach Point“ die Anlaufstelle für ein hochkarätiges Publikum aus Athleten, Offiziellen, Medienvertretern und Politikern. Hier finden in direkter Strandnähe Talkshows und die täglichen Pressekonferenzen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in brasilianischem Flair statt. Die Sektkellerei Henkell war dabei der offizielle Sparkling wine Ambassador. So prickelnd kann Siegen sein!

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