Fed Cup : Knappe Niederlage gegen die Schweiz in Leipzig

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8.2.2016

Angeführt von der Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber hat das Porsche Team Deutschland der Schweiz einen harten Kampf um den Einzug ins Fed-Cup-Halbfinale geliefert. In der mit 4200 Zuschauern ausverkauften Halle:Eins der Leipziger Messe musste am Sonntag nach den Einzeln beim Stand von 2:2 das abschließende Doppel die Entscheidung bringen – und da hatten die Gäste das bessere Ende für sich: Martina Hingis, die beste Doppelspielerin der Welt, setzte sich zusammen mit Belinda Bencic 6:3, 6:2 gegen Andrea Petkovic und Anna-Lena Grönefeld durch.

„Das war trotz allem ein tolles Fed-Cup-Wochenende. Es hat sehr viel Spaß gemacht, hier in Leipzig zu spielen. Das Publikum war großartig“, sagte Teamchefin Barbara Rittner. „Wir haben alles gegeben und bis zum Schluss auf den Sieg gehofft. Im Fed Cup kann immer alles passieren. Doch leider hat es am Ende nicht ganz gereicht. Die Schweiz war diesmal einfach besser.“

Nachdem sie am Samstag mit einem souveränen Sieg gegen Timea Bacsinszky für das Porsche Team Deutschland zum 1:1 ausgeglichen hatte, traf Angelique Kerber im ersten Match am Sonntag auf Belinda Bencic. Die Porsche-Markenbotschafterin, die sich trotz der Strapazen der letzten Tage und Wochen mit großem Engagement in den Dienst der Mannschaft von Barbara Rittner stellte, verlor den hart umkämpften ersten Satz knapp im Tiebreak. Im zweiten Durchgang hatte sie der Schweizer Aufsteigerin allerdings nicht mehr allzu viel entgegen zu setzen und musste sich 3:6 geschlagen geben.

„Ich habe alles gegeben, aber schon im Verlauf des ersten Satzes gespürt, dass mir langsam die Kraft ausgeht“, sagte die Porsche-Markenbotschafterin, die vor einer Woche in Melbourne ihren ersten Grand-Slam-Sieg und den bisher größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert hat. „Belinda ist eine sehr gute Spielerin. Sie hat das ausgenutzt und verdient gewonnen.“ Für Barbara Rittner war die Nummer 2 der Welt trotzdem eine Siegerin: „Sie hat bis zum letzten Ballwechsel für die Mannschaft gekämpft. Doch ihr Tank war leer. Gegen die meisten Gegnerinnen hätte ihre Energieleistung zum Sieg gereicht, nicht aber gegen eine Belinda Bencic in Topform. Kompliment – ihr gehört die Zukunft.“

Im zweiten Match des Tages kam Annika Beck gegen Timea Bacsinszky zu ihrer Fed-Cup-Premiere als Einzelspielerin. Und die Bonnerin, die einst im Porsche Talent Team Deutschland gefördert wurde und bei den Australian Open erst im Achtelfinale an Angelique Kerber gescheitert war, feierte einen Einstand nach Maß. Scheinbar unbeeindruckt von der extremen Belastung und den großen Erwartungen beim Stand von 2:1 für die Schweiz zeigte sie nach anfänglicher Nervosität großartiges Tennis und hielt, angefeuert vom begeisterten Publikum, das Porsche Team Deutschland durch ein 7:5, 6:4 im Halbfinalrennen.

„Ich stand natürlich gewaltig unter Druck. Das war nicht einfach. Wenn ich verloren hätte, wäre der Traum vom Halbfinale vorbei gewesen“, sagte Annika Beck. „Doch ich habe versucht, für Angie und das Team zu spielen. Das hat mich immer stärker werden lassen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, in dieser tollen Atmosphäre ein so wichtiges Match zu gewinnen.“

Nach dem Sieg von Annika Beck musste das Doppel über den Einzug ins Fed-Cup-Halbfinale entscheiden. Teamchefin Barbara Rittner nominierte Andrea Petkovic und Doppelspezialistin Anna-Lena Grönefeld, die sehr gut in das Match starteten. Doch auf Dauer konnten sie mit dem druckvollen Spiel von Martina Hingis und Belinda Bencic, der mit drei Siegen erfolgreichsten Spielerin dieses Fed-Cup-Wochenendes, nicht mithalten. Den ersten Satz gewannen die starken Schweizerinnen 6:3, den zweiten 6:2 – damit löste die Schweiz das Halbfinal-Ticket.

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7.2.2016

Porsche-Markenbotschafterin Angelique Kerber gleicht im Fed Cup für Porsche Team Deutschland zum 1:1 aus.  Kerber hat die tolle Form, mit der sie bei den Australian Open ihren ersten Grand-Slam-Sieg feierte, von Melbourne mit zum Fed Cup nach Leipzig gebracht. Nach ihrem Triumph Down Under hat die Porsche-Markenbotschafterin am Samstag, den 7.2.2016,  in der mit 4200 Zuschauern seit Wochen ausverkauften Messe-Halle ihr Auftaktmatch gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky souverän 6:1, 6:3 gewonnen. Damit hat sie, nachdem Andrea Petkovic zuvor 3:6, 4:6 gegen Belinda Bencic verloren hatte, für das Porsche Team Deutschland zum wichtigen 1:1 ausgeglichen.

„Das war kein einfaches Match nach all dem Trubel der letzten Tage und den ganzen Reisestrapazen. Ich bin total erleichtert, dass ich es gewonnen habe“, sagte Angelique Kerber. „Es ist ein tolles Gefühl, so kurz nach meinem Sieg in Australien vor heimischem Publikum zu spielen. Die Zuschauer sorgen für eine super Atmosphäre, ich genieße jeden Augenblick. Als ich auf den Platz ging und diesen Jubel erlebte, hatte ich eine Gänsehaut.“

„Das war ein grandioser Auftritt von Angie“, sagte Teamchefin Barbara Rittner. „Es ist unglaublich, was für eine Entwicklung sie in den letzten zwei Wochen gemacht hat und wie sie den ganzen Druck, der auf ihr lastete, weg gesteckt hat. Jetzt ist sie die Nummer 1, die man sich in seinem Team wünscht.“ Durch den Sieg der Porsche-Markenbotschafterin, die am Sonntag im vorentscheidenden Match auf Belinda Bencic trifft, steht für das Porsche Team Deutschland das Tor zum Fed-Cup-Halbfinale weiter offen. „Das 1:1 ist ein Ergebnis, mit dem wir ganz gut leben können“, so Barbara Rittner. „Noch ist alles offen. Jetzt fangen wir morgen wieder von vorne an.“

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Rückblick

Fed Cup: Porsche Team Deutschland siegte gegen Australien

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Sabine Lisicki, Annika Beck, Andrea Petkovic, Julia Görges, Anna-Lena Grönefeld (l-r)

Das Porsche Team Deutschland hat mit einem 4:1 über Australien das Halbfinale des Fed Cup erreicht. Andrea Petkovic holte mit einem umjubelten 6:3, 3:6, 8:6-Sieg gegen Jarmila Gajdosova den entscheidenden dritten Punkt, nachdem zuvor Angelique Kerber mit einem souveränen 6:2, 6:4 über Samantha Stosur für die 2:1-Führung des Teams von Barbara Rittner gesorgt hatte. Die deutsche Damentennis-Nationalmannschaft spielt nun am 18. und 19. April auswärts gegen Russland um den Einzug in das Fed Cup Finale.

Einen Tag nach ihrer Dreisatzniederlage gegen Jarmila Gajdosova zeigte sich die deutsche Nummer eins Angelique Kerber gut erholt und erwischte gegen Samantha Stosur einen fast perfekten Start. Den ersten Satz konnte die Linkshänderin in knapp 30 Minuten mit 6:2 für sich verbuchen. Im zweiten Durchgang gelang der 27jährigen Kielerin beim Stand von 4:4 das entscheidende Break zum 5:4. „Ich habe heute gegen Samantha und gegen mich selbst gewonnen. Ich habe versucht, vom Anfang bis zum Ende konzentriert und konstant zu spielen. Im zweiten Satz war jedes Spiel eng und es hätte auch anders ausgehen können. Aber ich wollte mutig sein und in den entscheidenden Momenten drauf gehen und ich bin stolz, dass es geklappt hat“, so Kerber in der anschließenden Pressekonferenz. „Barbara hat mich von der Bank aus unheimlich unterstützt. Ich weiß, dass das Team hinter mir stand. Gemeinsam sind wir stark und das haben wir bewiesen.”

Nun hatte Andrea Petkovic die große Chance, gegen Jarmila Gajdosova den vorentscheidenden dritten Punkt zu holen. Die 27 Jahre alte Darmstädterin zeigte auf dem Platz ihre ganze Entschlossenheit und sicherte sich Durchgang Nummer eins schnell mit 6:3. Den zweiten Satz musste Petkovic anschließend mit 3:6 an die australische Gegnerin abgegeben. Im dritten Durchgang geriet Petkovic mit einem Break in Rückstand, arbeitete sich allerdings Stück für Stück wieder bis auf 4:4 heran, konnte bei 7:6 ihrer Gegnerin unter dem Jubel des Stuttgarter Publikums den Aufschlag abnehmen und den Triumph des Porsche Team Deutschland perfekt machen. „Die Fans hier sind immer unglaublich. Es war mir eine Ehre und ein Genuss, hier zu spielen“, freute sich Petkovic noch auf dem Court. „Im dritten Satz habe ich immer nur Punkt für Punkt gedacht. Ich wusste, ich bekomme meine Chancen. Ich wollte sie unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen, was mir dann auch gelungen ist.“

Das abschließende Doppel gewannen Sabine Lisicki und Julia Görges mit 6:7 (2:7), 7:6 (9:7), 10:6 gegen Casey Dellacqua und Olivia Rogowska.

„Ich bin einfach nur glücklich, dass wir den Sieg gegen Australien geschafft haben. Es war ein schwieriges Pflichtprogramm, aber jetzt kommt die Kür. Ich bin total stolz auf das Team“, fiel das Fazit der deutschen Teamchefin Barbara Rittner positiv aus.

Am Samstag hatte es nach den ersten beiden Einzeln zunächst 1:1 gestanden. Im ersten Match erwischte Angelique Kerber vor 4.000 frenetisch jubelnden Zuschauern in der Porsche-Arena gegen die australische Nummer drei Jarmila Gajdosova zwar einen guten Start und gewann den ersten Satz mit 6:4. Danach allerdings kam die Gegnerin besser ins Spiel und so musste die Weltranglisten-Zehnte den zweiten Durchgang mit 2:6 abgeben. Im entscheidenden Satz gelang Angelique Kerber zunächst das Break zum 1:0, danach verlor sie jedoch vier Spiele in Folge und geriet mit 1:4 in Rückstand. Zwar konnte die Linkshänderin noch einmal auf 4:5 verkürzen, Gajdosova ließ sich den 4:6, 6:2, 6:4-Sieg aber nicht mehr aus den Händen nehmen.

So war es an Andrea Petkovic, für den Ausgleich zu sorgen. Die Hessin führte schnell mit 3:0 und sicherte sich den ersten Durchgang mit 6:4. Samantha Stosur war jedoch noch lange nicht geschlagen: Die frühere US Open Siegerin holte sich Satz Nummer zwei mit 6:3. Der alles entscheidende Satz war an Spannung nicht zu übertreffen. Die Spielerinnen boten den Fans in der Halle reihenweise Ballwechsel auf allerhöchstem Niveau und machten beste Werbung für den Tennissport. Andrea Petkovic wehrte beim Stand von 4:5 einen Matchball ab, eine Stunde später verwandelte sie vor begeisterten Zuschauern ihren ersten eigenen zum 6:4, 3:6, 12:10-Erfolg.

An beiden Tagen hatten insgesamt knapp 8.000 Zuschauer den Weg in die Porsche-Arena gefunden. Darunter prominente Vertreter aus Wirtschaft und Politik wie Matthias Müller (Vorstandsvorsitzender der Porsche AG), Lutz Meschke (Mitglied des Vorstands der Porsche AG für Finanzen und IT), Bernhard Maier (Mitglied des Vorstands der Porsche AG für Vertrieb und Marketing), Dr. Armin Zitzmann (Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherungsgruppe) sowie Vizekanzler Sigmar Gabriel und der württembergische Kultusminister Andreas Stoch.

Auch für sportliche Prominenz war gesorgt: Neben dem früheren Fed Cup Kapitän Klaus Hofsäss konnten die DTB-Verantwortlichen die ehemaligen Fed Cup Spielerinnen Anca Barna, Elena Bergomi, Dr. Andrea Betzner, Isabel Cueto-Baumann, Heidi Eisterlehner, Petra Feucht (geb. Keppler), Anke Huber, Myriam Kende (geb. Schropp), Sandra Klösel, Silke Meier-Heckmann, Claudia Porwik, Chris Singer-Barth und Wiltrud Probst in Stuttgart begrüßen.

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Am 7. und 8. Februar spielt das Porsche Team Deutschland gegen Australien um den Einzug in das Fed Cup Halbfinale.

Zehn Tage vor dem ersten Aufschlag in der Stuttgarter Porsche-Arena hat Barbara Rittner ihr Aufgebot benannt: „Ich habe mich entschieden, für die schwere Partie gegen Australien Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Sabine Lisicki und Julia Görges zu nominieren.“

Die Teamchefin vertraut damit auf die Spielerinnen, die im vergangenen November beim Fed Cup Finale in Prag für Deutschland an den Start gegangen waren. „Es freut mich, dass alle nach wie vor mit ganzem Herzen beim Fed Cup dabei sind und nach der schmerzhaften Niederlage gegen Tschechien wieder angreifen wollen.“ Die Erstrundenbegegnung gegen Australien ist die Wiederholung des Vorjahreshalbfinales und wird auf einem Hartplatz in der Porsche-Arena ausgetragen.

Wie bereits in der letzten Saison wird das Porsche Team Deutschland auch in Stuttgart von Angelique Kerber (WTA 10) angeführt. Die 27 Jahre alte Linkshänderin hatte mit insgesamt vier Einzelpunkten gegen die Slowakei und Australien entscheidenden Anteil am Einzug in das Fed Cup Finale. Vor allem am zweiten Tag gegen die Tschechin Petra Kvitova zeigte sie ihr ganzes Können und Tennis auf allerhöchstem Niveau. In diesem Jahr erreichte die Kielerin in Brisbane das Viertelfinale und spielte sich in Sydney unter die besten Vier.

Auch Andrea Petkovic (WTA 12) ist gegen Australien im Team. Die deutsche Nummer zwei hatte im vergangenen Jahr jeweils die wichtigen ersten Punkte gegen die Slowakei und gegen Australien geholt und das Porsche Team Deutschland damit auf die Siegerstraße gebracht. Beim Fed Cup Finale in Prag bestritt die 27jährige Darmstädterin das erste Einzel gegen Petra Kvitova, nachdem sie sich eine Woche zuvor in Sofia den Titel beim WTA Tournament of Champions gesichert hatte.

Ebenfalls im Aufgebot für Stuttgart steht Sabine Lisicki (WTA 28). Die 25 Jahre alte Berlinerin hatte beim Fed Cup Finale gegen Tschechien ihre Rückkehr ins Porsche Team Deutschland gefeiert und gemeinsam mit Julia Görges im Doppel den Ehrenpunkt geholt. Auch in der neuen Saison konnte sie ihre Stärke im Doppel unter Beweis stellen: An der Seite der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Martina Hingis aus der Schweiz gewann sie das Turnier in Brisbane.

Julia Görges (WTA 69) komplettiert das deutsche Quartett für die Erstrundenbegegnung gegen Australien. Die 26jährige aus Bad Oldesloe hatte in der letzten Saison bei allen drei Partien gegen die Slowakei, Australien und Tschechien im Doppel auf dem Platz gestanden und im Fed Cup Finale in Prag gemeinsam mit Sabine Lisicki den einzigen deutschen Punkt gewonnen. In diesem Jahr schaffte sie es im Einzel bei den Australian Open als beste Deutsche bis ins Achtelfinale. Im Doppel gelang ihr an der Seite von Anna-Lena Grönefeld der Sprung unter die besten Vier in Melbourne – dabei bezwang das deutsche Duo unter anderem die Weltranglisten-Führenden Sara Errani und Roberta Vinci aus Italien.

Für Australien wurden Samantha Stosur, Casey Dellacqua, Jarmila Gajdosova und Olivia Rogowska nominiert.

TV-Übertragung
Die Fed Cup Partie Deutschland gegen Australien wird live bei SAT.1 Gold und im Internet auf tennis.de übertragen. Sendezeiten: Samstag, 7. Februar ab 12:45 Uhr, Sonntag, 8. Februar ab 12:15 Uhr. Kommentar: Matthias Stach, Nicolas Kiefer; Moderation: Matthias Killing.

Eintrittskarten
Tagestickets für die Begegnung sind ab 28,50 Euro erhältlich, Dauerkarten gibt es ab 45 Euro. Von jedem verkauften Ticket geht ein Euro an das Projekt „Schutz der Kamalari-Mädchen in Nepal“ des Kinderhilfswerks Plan Deutschland.

Nähere Informationen zum Erwerb von Eintrittskarten gibt es unter http://www.dtb-tennis.de/tickets.

+++ Rückblick +++

Porsche Team Deutschland verliert Fed-Cup-Finale in Prag gegen Topfavorit Tschechien

Der Traum des Porsche Team Deutschland vom ersten Fed-Cup-Titel seit dem Erfolg von Steffi Graf und Co. 1992 ging nicht in Erfüllung. Trotz einer grandiosen Leistung von Angelique Kerber am Sonntag im Spitzenspiel gegen Petra Kvitova musste sich die Auswahl von Teamchefin Barbara Rittner im Finale gegen Topfavorit Tschechien in Prag mit 1:3 geschlagen geben. 1-T14_0539

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Andrea Petkovic

„Ich bin stolz auf mein Team. Heute haben wir unser wahres Gesicht gezeigt“, sagte Teamchefin Barbara Rittner. „Wenn wir gestern so angefangen hätten, hätte es für mehr gereicht. Doch wir werden noch stärker zurückkommen und wir werden diesen Pokal gewinnen.“ Nach dem verlorenen Auftaktmatch von Andrea Petkovic gegen Petra Kvitova (2:6, 4:6) und der überraschenden Niederlage von Angelique Kerber gegen Lucie Safarova (4:6, 4:6) keimte bei den Fans des Porsche Team Deutschland am Sonntag noch einmal Hoffnung auf: Im spannungsgeladenen Duell der Nummer-1-Spielerinnen zeigte Angelique Kerber eine tolle kämpferische Leistung und hatte Petra Kvitova vor 13.000 Zuschauern am Rand einer Niederlage.

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Porsche Team Deutschland (l-r): Barbara Rittner, Julia Görges, Sabine Lisicki, Andrea Petkovic, Angelique Kerber

Im entscheidenden dritten Satz des dramatischen Tennis-Krimis führte die 26-jährige Kielerin bereits mit 4:1. Letztlich war es dann aber doch die nervenstarke zweifache Wimbledon-Siegerin, die in dem hochklassigen Match das bessere Ende für sich hatte: Nach fast drei Stunden nutzte sie ihren vierten Matchball zum 7:6, 4:6, 6:4 und verwandelte die Prager O2-Arena in ein Tollhaus. 1-T14_0548

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Angelique Kerber

„Das Erreichen des Fed-Cup-Finales ist ein großartiger Erfolg für das Porsche Team Deutschland“, so Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. „Schade, dass es trotz der Leistungssteigerung am zweiten Finaltag nicht zum Titelgewinn gereicht hat.“ Im abschließenden Doppel holten Julia Görges/Sabine Lisicki durch ein 6:4, 6:3 gegen Lucie Hradecka/Andrea Hlavackova den einzigen Punkt für das Porsche Team Deutschland. Das dritte Einzel wurde, da die Entscheidung bereits gefallen war, gemäß den Fed-Cup-Statuten nicht ausgetragen.

O2-Arena in Prag

O2-Arena in Prag

Barbara Rittner und Anke Huber über das Porsche Team Deutschland im Fed-Cup-Finale

Barbara Rittner und Anke Huber waren beim letzten deutschen Fed-Cup-Triumph vor 22 Jahren als Spielerinnen dabei. Jetzt ist Anke Huber Sportliche Leiterin des Porsche Tennis Grand Prix und Barbara Rittner Teamchefin des Porsche Team Deutschland, das am Wochenende im Finale gegen Tschechien in Prag den Fed-Cup-Titel zurück nach Deutschland holen will. Über Erinnerungen an 1992 und Aussichten für 2014 sprechen sie in unserem Doppel-Interview.

Barbara Rittner, Teamchefin Porsche Team Deutschland

Barbara Rittner, Teamchefin Porsche Team Deutschland

 Anke Huber, Sportliche Leiterin Porsche Tennis Grand Prix

Anke Huber, Sportliche Leiterin Porsche Tennis Grand Prix

Welche Erinnerungen haben Sie an den Fed-Cup-Erfolg 1992, den Sie zusammen mit Steffi Graf in Frankfurt gegen Spanien holten?

Barbara Rittner: „Im Team mit Steffi und Anke zu Hause den Titel zu gewinnen, war schon ein ganz besonderer Erfolg. Wir hätten nur etwas intensiver feiern können, finde ich. Wie siehst Du das, Anke?“ Anke Huber: „Partymäßig waren wir in der Tat nicht ganz so gut drauf wie Deine Mädels. Aber ich war damals ja auch erst 17. Für mich war das eine großartige Erfahrung, für Deutschland zu spielen und den Titel zu gewinnen.“

Ihnen waren damals nur Außenseiterchancen eingeräumt worden. Wie sehen Sie die Rollenverteilung für Prag?

Barbara Rittner: „Ich sehe uns auch diesmal eher in der Außenseiterrolle. Die Tschechinnen sind unglaublich stark und spielen konstant auf höchstem Niveau. Sie haben den Fed Cup erst 2011 und 2012 gewonnen. Das sagt alles über die Stärke dieses Teams.“ Anke Huber: „Auch für mich liegt die Favoritenrolle bei den Gastgeberinnen. Doch ich glaube, dass unsere Mädels spielerisch auf jeden Fall mithalten können und letztlich die Tagesform entscheiden wird. Die Frage ist auch, wie die Tschechinnen mit dem Erwartungsdruck vor eigenem Publikum zurecht kommen. Zu Hause zu spielen ist ja nicht automatisch ein Vorteil.“

Die Fed-Cup-Siegerinnen 1992 (l-r): Barbara Rittner, Steffi Graf, Anke Huber, Sabine Hack (wurde im Finale nicht eingesetzt) - mit Teamkapitän Klaus Hofsäss. - Fotovermerk: picture alliance

Die Fed-Cup-Siegerinnen 1992 (l-r): Barbara Rittner, Steffi Graf, Anke Huber, Sabine Hack (wurde im Finale nicht eingesetzt) – mit Teamkapitän Klaus Hofsäss. – Fotovermerk: picture alliance

Bildeten Sie 1992 auch eine so eingeschworene Gemeinschaft wie heute das Porsche Team Deutschland?

Anke Huber: „Bei uns hat dieser Teamgeist so nicht entstehen können. Der Fed Cup wurde damals in einer Woche an einem Ort ausgespielt. Dadurch waren wir als Team ja nur zwei Wochen im Jahr zusammen – eine Woche in der Vorbereitung, eine Woche bei den Matches.“ Barbara Rittner: „Die heutigen Spielerinnen kennen sich schon von Jugend an, haben auf Lehrgängen und Turnieren wesentlich mehr Zeit miteinander verbracht als wir damals. Anke und ich sind gemeinsam groß geworden. Steffi war dagegen schon etwas älter, so dass wir als Jugendliche nicht zusammen unterwegs waren.“ Anke Huber: „Dazu kam, dass Steffi meistens alleine trainiert hat und auch sonst eher eine Einzelgängerin war.“ Barbara Rittner: „…die sich aber toll in das Team eingefügt hat.“ Anke Huber: „Auf jeden Fall. Wenn wir auf dem Platz standen, haben wir immer als Team agiert und uns gegenseitig angefeuert und unterstützt.“

War der Stellenwert des Damentennis und des Fed Cup damals schon so hoch wie heute?

Barbara Rittner: „Das waren andere Zeiten. Durch die vielen Erfolge von Steffi und Anke und natürlich auch von Boris Becker und Michael Stich war Tennis damals in aller Munde. Fast jeden Tag wurde irgendein Turnier im Fernsehen übertragen. Dadurch war automatisch auch der Stellenwert des Fed Cup hoch, auch wenn er nicht ganz so viel Aufmerksamkeit bekommen hat wie das heute der Fall ist.“ Anke Huber: „Der Fed Cup ist seit damals viel wichtiger geworden, steht weitaus stärker im Blickpunkt. Ich habe auch den Eindruck, dass sich die Einstellung der Spielerinnen im Laufe der Jahre geändert hat. Sie genießen es sichtlich, als Team für ihr Land aufzutreten und gemeinsam Erfolg zu haben. Das Porsche Team Deutschland ist dafür das beste Beispiel.“

Welche Bedeutung hatte der Fed-Cup-Erfolg 1992 für Sie als Spielerinnen? Barbara, was ist das für ein Gefühl, nach 22 Jahren jetzt auch als Kapitän den Titel holen zu können?

Anke Huber: „Wie gesagt, ich war damals erst 17 und habe die Bedeutung dieses Erfolgs vermutlich gar nicht richtig einschätzen können. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass der Fed-Cup-Titel schon etwas ganz Besonderes und ein wichtiger Meilenstein in meiner Karriere war.“ Barbara Rittner: „Der Titel hatte schon damals und nicht erst jetzt im Rückblick einen sehr hohen Stellenwert in meiner Karriere. Immerhin gehörte ich damit zum besten Tennisteam der Welt, das war schon etwas Besonderes. Dass ich jetzt die Möglichkeit habe, den Titel auch als Teamchefin zu holen, macht mich stolz und zeigt mir, dass meine Arbeit Früchte trägt.“

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Finale. In welchem Maße steigt bei Ihnen die Anspannung?

Barbara Rittner: „So langsam werde ich nervös. Beim Einschlafen darf ich nicht zu sehr ans Finale denken, das würde zu einer inneren Unruhe führen, die nicht gut ist. Doch die Vorfreude auf das Finale überwiegt alles.“

Auf welche Stärken der Spielerinnen des Porsche Team Deutschland vertrauen Sie gegen die starken Tschechinnen vor allem?

Barbara Rittner: „Ich vertraue vor allem auf die Leistungen, die meine Spielerinnen bisher im Fed Cup gezeigt haben. Und natürlich auf unseren Teamgeist. Der kann Berge versetzen.“ Anke Huber: „Ich glaube an einen Sieg. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass allein schon der Finaleinzug ein großartiger Erfolg für das Porsche Team Deutschland ist. Dem können die Mädels jetzt die Krone aufsetzen. Das Interesse am deutschen Damentennis war schon lange nicht mehr so groß. Ein Erfolg in Prag würde die Aufmerksamkeit noch weiter steigern und wäre auch für die jungen Spielerinnen, etwa vom Porsche Talentteam Deutschland, eine großer Anreiz und eine riesige Motivation.“

Was muss passieren, damit das Porsche Team Deutschland den Titel holt?

Anke Huber: „An so einem Tag muss einfach alles stimmen. Ganz egal, was vorher war – die Spielerinnen müssen den Schalter umlegen können und für alles bereit sein. Dann können sie auch gegen diesen starken Gegner bestehen.“ Barbara Rittner: „Die Spielerinnen müssen sich gut vorbereitet fühlen, auch auf die aufgeladene Stimmung in der Halle, um ihr bestes Tennis abrufen zu können. Wir müssen alles tun, um dieses Wochenende trotz Stress und Anspannung auch genießen zu können. Dann ist alles möglich.“

+++ 04.11.2014 +++

Porsche Team Deutschland mit Fünf ins Fed Cup Finale gegen Tschechien Es ist die Krönung eines ereignisreichen Tennisjahres: Am 8. und 9. November greift das Porsche Team Deutschland in Prag nach dem ersten deutschen Fed Cup Titel seit 22 Jahren. 1-T14_0525 Für das Endspiel in der O2-Arena hat Teamchefin Barbara Rittner mit Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Sabine Lisicki, Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld zunächst fünf Spielerinnen in ihr Aufgebot berufen. „Nominiert sind Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Sabine Lisicki und Julia Görges. Anna-Lena Grönefeld wird jedoch als fünfte Spielerin von Anfang an mit dabei sein. Sie ist Teil des Teams, und bei einer so wichtigen Partie möchte ich jederzeit reagieren können, falls etwas Unerwartetes passiert“, begründet Barbara Rittner ihre Entscheidung.

Das Duell gegen Tschechien wird auf einem Hartplatz in der 10.850 Zuschauer fassenden O2-Arena ausgetragen. Ein Erfolg über die Auswahl von Teamchef Petr Pala wäre gleichbedeutend mit dem ersten deutschen Fed Cup Titel seit 1992. Damals hatten Steffi Graf, Anke Huber, Barbara Rittner und Sabine Hack im Finale in Frankfurt Spanien mit 2:1 bezwungen. In Prag wird Angelique Kerber (WTA 10) das Porsche Team Deutschland anführen. „Angie ist in diesem Jahr zu einer Führungsspielerin gereift und hat uns mit vier Einzelpunkten in dieses Finale geführt. Sie weiß, was sie kann und ist in der Lage, auch eine Petra Kvitova zu schlagen“, so Barbara Rittner.

Die 26jährige Linkshänderin hatte bei der Erstrundenbegegnung in Bratislava sowohl Daniela Hantuchova als auch Dominika Cibulkova bezwungen und im Halbfinale in Brisbane dann mit ihren Erfolgen über Casey Dellacqua und Samantha Stosur maßgeblich zum deutschen Erfolg beigetragen. Auf der WTA-Tour verbuchte die Kielerin in diesem Jahr vier Finalteilnahmen: in Sydney, Doha, Eastbourne und Stanford. Bei den Australian Open und den French Open erreichte sie das Achtelfinale und in Wimbledon und Miami die Runde der besten Acht. Kerber wird zum dritten Mal in Folge die Saison in den Top Ten abschließen. Als Nummer zwei des Teams reist Andrea Petkovic (WTA 14) nach Tschechien. „Andrea hat sowohl in der Slowakei als auch in Australien die jeweilige Nummer eins des gegnerischen Teams bezwungen und den Grundstein zum Sieg gelegt. Sie brennt auf dieses Finale und wird nach ihrer kleinen Erholungspause fit und positiv gestimmt nach Prag fahren. Genau wie Angie hat sie mein vollstes Vertrauen“, sagt die Teamchefin.

Die 27 Jahre alte Darmstädterin hatte in Bratislava gegen Australian Open Finalistin Dominika Cibulkova ein furioses Match gezeigt und in Brisbane gegen Samantha Stosur den so wichtigen ersten Punkt verbucht. In der laufenden Saison konnte sie in Roland Garros ihr erstes Grand Slam Halbfinale erreichen, gewann die Turniere in Charleston und Bad Gastein und spielte sich in Stanford in die Runde der besten Vier. Ihre Rückkehr ins Porsche Team Deutschland feiert Sabine Lisicki (WTA 27). Barbara Rittner: „In Wimbledon sowie bei den Turnieren in Amerika und zuletzt Asien hat Sabine gezeigt, was in ihr steckt. Sie ist im Einzel wie auch im Doppel eine gute Alternative.“

Neben dem Erreichen des Viertelfinales an der Church Road spielte sich die 25jährige Berlinerin 2014 in Montreal und Cincinnati ins Achtelfinale und feierte in Hongkong den Turniersieg. Im vergangenen Jahr hatte die 25-Jährige beim Heimspiel gegen Serbien in der Porsche-Arena im entscheidenden Doppel gemeinsam mit Anna-Lena Grönefeld den Aufstieg der deutschen Mannschaft in die Weltgruppe perfekt gemacht. Ebenfalls im Aufgebot für Prag steht Julia Görges (WTA 75). „Jule hat im Doppel konstante Leistungen gezeigt und ist immer mit vollem Herzen beim Fed Cup dabei“, so Barbara Rittner.

Ein Beleg hierfür ist ihr Auftritt im vergangenen Jahr bei der Partie gegen Frankreich. In Limoges holte sie trotz krankheitsbedingter Schwächung zwei wichtige Punkte und hat damit großen Anteil daran, dass das Porsche Team Deutschland dieses Jahr um den Titel spielt. 2014 erreichte die 25jährige aus Bad Oldesloe in Pattaya und Quebec jeweils die Runde der besten Vier. Im Doppel gelang ihr in Quebec der Sprung in das Finale, mit Anna-Lena Grönefeld schaffte sie es ins Halbfinale in Rom und in Wimbledon unter die besten acht Teams. Im Mixed verbuchte sie in Roland Garros ihr erstes Grand Slam Endspiel.

Komplettiert wird das Quintett von Anna-Lena Grönefeld (WTA-Doppel 35). „Anna war in diesem Jahr bei allen Partien dabei und ist ein wichtiger Teil des Teams. Sie konnte in der Vergangenheit schon mehrfach den entscheidenden Punkt im Doppel holen und ist bereit, wenn sie gebraucht wird.“ Im vergangenen April gegen Serbien machte sie an der Seite von Sabine Lisicki mit einem Doppelerfolg die Rückkehr der deutschen Mannschaft in die Weltgruppe perfekt. In diesem Jahr konnte sich die 29jährige aus Hannover beim Hallenturnier in Paris in die Siegerliste eintragen, erreichte mit Julia Görges in Wimbledon das Viertelfinale und in Rom die Vorschlussrunde. Dazu gewann sie bei den French Open ihren zweiten Grand Slam Titel im Mixed. Sie ist seit 2004 in der Nationalmannschaft und damit eine der erfahrensten deutschen Fed Cup Spielerinnen überhaupt.

Das Fed Cup Finale Deutschland gegen Tschechien wird live in SAT.1 und im Internet auf tennis.de übertragen. Sendezeiten: Samstag, 8. November ab 12:45 Uhr, Sonntag, 9. November ab 12:45 Uhr.

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Kveta Peschke: „Deutschland kann stolz auf den Finaleinzug sein!“

Wimbledon-Siegerin, Weltranglisten-Erste, Fed Cup Titel – Kveta Peschke hat in ihrer Karriere so ziemlich alles erreicht, was für Tennisspielerinnen wichtig ist. Im Interview erklärt die 39jährige Doppelspezialistin aus Tschechien die Faszination Fed Cup, erinnert sich an ihre Doppelpartnerin Barbara Rittner und verrät, wem sie gemeinsam mit ihrem deutschen Ehemann die Daumen für das große Finale in Prag drückt.

Sie waren von 1998 bis 2011 bei zwanzig Fed Cup Begegnungen dabei und haben 31 Matches für Ihr Land bestritten. Welchen Stellenwert hatte die Nationalmannschaft für Sie?

Kveta Peschke: Für das eigene Land spielen zu dürfen, war jedes Mal ein ganz besonderer Moment. Ich bin mir sicher, dass es für jeden Sportler etwas ganz Besonderes ist, auf dem Platz stehen zu dürfen und die Nationalhymne zu hören. Wenn dann bei Heimspielen im Hintergrund auch noch die Fans mitsingen, dann gibt es wohl nichts Motivierenderes. Diese Momente sind unbezahlbar und sehr, sehr wertvoll – aber leider auch sehr kurz.

Ihre Fed Cup Karriere konnten Sie mit dem Finalsieg über Russland 2011 krönen. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Endspiel? Wie ordnen Sie diesen Sieg in Ihrer Karriere ein?

Kveta Peschke: Wow, da muss ich fast noch einmal tief Luft holen. Eine unglaublich aufregende, spannende und wunderschöne Woche, mit einer Gruppe von einzigartigen, teamorientierten Charakteren. Davon kann man als Spielerin und als Kapitän nur träumen. Das war zweifelsohne „Das Team”. Für einen Fed Cup Teamchef oder eine Teamchefin ist es wohl eine der schwersten und undankbarsten Aufgaben überhaupt – und oftmals auch eine unlösbare: Ein Team zu formen, in dem ein bedingungsloses „Wir“ besteht und jeder einzelne versteht, dass das „Ich“ nur ein ganz kleiner Teil vom Ganzen ist. Um auf die Frage zurückzukommen, der Finalsieg ist für mich gleichwertig mit meinem Wimbledon-Sieg und dem Erreichen von Weltranglistenplatz eins im Doppel im Jahr 2011.

Nun treffen im Finale Tschechien und Deutschland aufeinander. Wie schätzen Sie die Kräfteverhältnisse vor dem Finale ein? Wen sehen Sie im Vorteil?

Kveta Peschke: Grundsätzlich haben beide Teams gleichermaßen die Chance zu gewinnen, beide Mannschaften bestehen aus hervorragenden Einzel- und Doppelspielerinnen. Die Tatsache, dass Deutschland das letzte Mal 1992 in einem Fed Cup Finale stand, ist aus meiner eigenen Erfahrung heraus ein Nachteil für das deutsche Team. Die tschechische Mannschaft hat in den letzten Jahren insgesamt sehr dominiert und ist mittlerweile ausgesprochen routiniert, diese doch etwas andere Wettbewerbssituation zu meistern. Nichtsdestotrotz hat das deutsche Team sehr hohe spielerische Qualitäten, die auf gar keinen Fall unterschätzt werden dürfen. Auch eine so erfahrene Teamchefin wie Barbara Rittner an Bord zu haben – die selbst auch noch als Aktive diesen Titel gewonnen hat – ist ein Plus und am Ende vielleicht sogar mit ausschlaggebend.

Sie haben einige Jahre lang sehr erfolgreich mit Barbara Rittner Doppel gespielt. Welche Erinnerungen haben Sie an die gemeinsame Zeit? Wie war die heutige deutsche Fed Cup Teamchefin als Spielerin auf dem Platz?

Kveta Peschke: Die Zeit mit Barbara Rittner war wohl eine meiner besten Erfahrungen auf der Tour überhaupt. Ich durfte damals mit einer Freundin zusammen mein Hobby zum Beruf machen. Sowohl damals als auch heute schaue ich mit Respekt zu ihr auf. Nicht nur, dass sie mit Steffi Graf und Anke Huber zu den besten drei Tennisspielerinnen Deutschlands gehörte, sie hat mich als Newcomer aufgenommen und mir gezeigt, wie die Tour funktioniert, an wen man sich mit Fragen wenden kann und so vieles mehr. Das war doch eher ungewöhnlich und hat uns sehr eng verbunden. Auf dem Platz habe ich Barbara heute noch als temperamentvoll, sehr engagiert und mit großem Führungstalent in Erinnerung. Eine tolle Spielerin, mit der ich gerne heute noch spielen würde!

Haben Sie heute noch regelmäßigen Kontakt mit Barbara Rittner? Verfolgen Sie ihre Arbeit mit dem Fed Cup Team und die Entwicklung im deutschen Tennis?

Kveta Peschke: Oh ja, aber natürlich! Wir haben mittlerweile unsere festen Turniere, bei denen wir uns sehen. Ich verfolge ihre Arbeit mit dem Fed Cup Team nun schon über viele, viele Jahre hinweg. Was die Entwicklung der Nationalmannschaft, aber auch des deutschen Damennachwuchses allgemein angeht, sollte man eigentlich recht dankbar sein. Sicherlich ist man in Deutschland durch die 80er und 90er Jahre sehr erfolgsverwöhnt, doch man darf solche Erfolge nicht als Selbstverständlichkeit sehen. Deutschland und das gesamte Team kann stolz auf den Finaleinzug sein, unabhängig davon, wie es am Ende ausgeht!

Zurzeit stehen im Einzel fünf Tschechinnen unter den Top 40, im Doppel sind es sogar sieben. Was macht das tschechische Tennis in Ihren Augen so stark?

Kveta Peschke: Mein Eindruck ist, dass wir in Tschechien von Anfang an nichts geschenkt bekommen haben. Tennis ist ein Sport, bei dem man hauptsächlich auf sich alleine gestellt ist. Man hat eigentlich keine andere Wahl, man muss sich irgendwie durchbeißen. Ich berichte hier ausdrücklich von meinen eigenen Erfahrungen. Ich war in jungen Jahren offiziell „nicht gut genug“, um in ein Förderprogramm aufgenommen zu werden oder von Wildcards zu profitieren – obwohl ich in den meisten Jahrgängen zu den besten Fünf gehört habe. Ich komme aus einer sehr kleinen Stadt, hatte keinerlei Tennisbeziehungen und meine Eltern hatten nicht sehr viel Geld. Das prägt und macht einem bewusst, wie schwer es ist, im Profisport Fuß zu fassen, ernstgenommen zu werden und dann auch langfristig überleben zu können. Wenn man es dann aber doch irgendwann geschafft hat, möchte man das nicht hergeben. Vielleicht absolviert man dadurch doch die eine oder andere Trainingseinheit mehr und ist auch eher bereit, über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen als andere Spieler, die es ein wenig leichter hatten. Aus Gesprächen mit anderen tschechischen Spielerinnen habe ich ähnliche Eindrücke bekommen, daher könnte dies die Antwort auf Ihre Frage sein.

Können Sie sich eigentlich vorstellen, nach ihrer aktiven Karriere selbst mal als Trainerin zu arbeiten? Welche Planungen haben Sie für die Zukunft?

Kveta Peschke: Grundsätzlich könnte ich mir das natürlich vorstellen, allerdings ist mir auch bewusst, wie schwierig es ist, ein wirklich exzellenter Coach zu sein. Ich sehe ja tagtäglich, wie mein Ehemann und Trainer Torsten ständig daran arbeitet, das Spiel zu perfektionieren. Ob technische oder taktische Optimierungen, Videoanalysen der Gegner – das alles spielt eine große Rolle. Wenn man da nicht am Ball bleibt, überholt einen die Konkurrenz. Daher habe ich großen Respekt vor einer solchen Arbeit, aber interessant wäre es schon. Was meine kurzfristige Zukunftsplanung angeht, da konzentriere ich mich nun erst einmal auf die neue Saison 2015.

Mit 39 Jahren sind Sie immer noch absolute Weltspitze. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Kveta Peschke: 39? Wer ist hier 39? Spaß beiseite, ich bin nach wie vor topfit, auch wenn ich sicherlich den einen oder anderen Schritt langsamer setze als meine Konkurrenz mit Anfang 20. Dafür bringen mich schwierige Situationen auf dem Platz nicht gleich aus der Ruhe, was ich häufig bei meinen jüngeren Gegnerinnen feststelle. Es gibt wohl keine Situation auf dem Platz, die ich noch nicht erlebt habe, meine Erfahrung ist ein Riesenvorteil. Genauso wie die akribische Vorbereitung vor dem eigentlichen Match. Das „Scouten“ der Gegner durch meinen Trainer, die taktischen Anweisungen und auch die Videos, die wir uns zusammen anschauen, um die Gegner besser zu verstehen und sich in sie hineinzudenken. Wir haben zum Beispiel auch Analysen von uns selbst erstellt, um zu sehen wie durchschaubar wir selbst sind. Nicht alle Spielerinnen betreiben einen solchen Zeitaufwand. Wenn ich es auf den Punkt bringen soll, würde ich sagen: Erfahrung, Trainingsdisziplin, Vorbereitung und natürlich immer noch Spaß am Sport, das wird wohl die Formel sein.

Sie sind seit über zehn Jahren mit dem Deutschen Torsten Peschke verheiratet. Wen wird das Ehepaar Peschke am 8. und 9. November anfeuern?

Kveta Peschke: Die schwerste Frage zum Schluss, das habe ich schon fast so erwartet! Ich bin mit beiden Mannschaften so eng vertraut, dass das nicht leicht zu beantworten ist. Ich denke, ich persönlich kann nur gewinnen, da ich mich für beide Mannschaften freuen würde. Da Tschechien 2011 und auch 2012 gewonnen hat, würde ich es dem deutschen Team nach langem Warten sicherlich sehr, sehr gönnen. Mein Mann sieht es sehr ähnlich, er hat jahrelang mit den verschiedenen Fed Cup Chefs Tschechiens die Doppelaufstellungen und taktischen Besprechungen geleitet. Er kennt das tschechische Team in- und auswendig. Nun trainiert er aber mittlerweile auch Anna-Lena Grönefeld und Julia Görges als Doppelteam. Daher schlägt auch sein Herz für beide Seiten. Der bessere soll und wird auch gewinnen! Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt.       

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Fed Cup-Erstrundenpartie 2015 wird in der Porsche-Arena ausgetragen

Der Deutsche Tennis Bund hat sich dazu entschieden, die für den 7. und 8. Februar 2015 angesetzte Erstrundenpartie im Fed Cup gegen Australien in der Stuttgarter Porsche-Arena auszutragen. Dr. Karl-Georg Altenburg: „Nachdem wir leider in diesem Jahr kein Heimspiel hatten, war Stuttgart für uns für diese Begegnung erste Wahl. Wir sind sehr glücklich, dass wir in so einem hervorragenden Umfeld in die neue Fed Cup Saison starten können.“ Porsche Team Deutschland Chefin Barbara Rittner blickt dem Auftritt ihres Teams im Schwabenland ebenfalls positiv entgegen: „Die Porsche-Arena ist für die Spielerinnen und mich inzwischen zu unserem zweiten Wohnzimmer geworden. Es ist die schönste Tennishalle Deutschlands, dort ist immer alles perfekt organisiert und die Zuschauer sind klasse. Auch wenn unser Hauptaugenmerk im Moment noch auf dem Fed Cup Finale liegt, freuen wir uns schon riesig auf diese Partie.“ Gespielt wird die Wiederholung des diesjährigen Fed Cup Halbfinales auf einem Hartplatz, das Fassungsvermögen der Halle für diese Veranstaltung beträgt voraussichtlich 4.400 Zuschauer. Der Kartenvorverkauf für die Partie wird noch in diesem Jahr beginnen.

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